Bildungs- und Berufskarrieren von Stipendiatinnen und Stipendiaten des Aufstiegsstipendiums

Auftraggeber Stiftung Begabtenförderung berufliche Bildung – Gemeinnützige Gesellschaft mbH
Laufzeit: 2019 – 2020
Ansprechpartnerin: Kristin Otto

Zum Hintergrund der Evaluation

Mit dem Aufstiegsstipendium fördert das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) seit dem Jahr 2008 das Erststudium von jährlich rund 1.000 Fachkräften mit Berufsausbildung. Ziele des Aufstiegsstipendiums sind die Weiterqualifizierung von berufserfahrenen Fachkräften, die Studienförderung für beruflich Begabte auch ohne schulische Hochschulzugangsberechtigung sowie die Steigerung der Durchlässigkeit zwischen beruflicher und akademischer Bildung. Das Aufstiegsstipendium stellt das einzige akademische Begabtenförderungsprogramm Deutschlands dar, das sich an Menschen mit Berufserfahrung richtet. Es wird von der Stiftung Begabtenförderung berufliche Bildung (SBB) umgesetzt.

Das Aufstiegsstipendium beinhaltet eine einkommensunabhängige finanzielle Förderung sowohl für ein Vollzeitstudium als auch für ein berufsbegleitendes Studium. Zusätzlich können Geförderte im Rahmen der ideellen Förderung Seminare und Möglichkeiten der Vernetzung sowie der studienbegleitenden Beratung der SBB in Anspruch nehmen.
Das Aufstiegsstipendium richtet sich an Berufserfahrene aller Berufsgruppen mit einer erfolgreich abgeschlossenen Berufsausbildung oder Aufstiegsfortbildung und einer Berufserfahrung von mindestens zwei Jahren. Bewerberinnen und Bewerber haben zudem ihre besondere berufliche Begabung und Leistungsfähigkeit nachzuweisen, z. B. über sehr gute Abschlussnoten in der beruflichen Erstausbildung oder in einer Aufstiegsfortbildung, über eine Empfehlung des Arbeitgebers oder eine besonders erfolgreiche Teilnahme bei einem überregionalen beruflichen Leistungswettbewerb. Schulabschlüsse und Schulnoten spielen hingegen keine Rolle für die Teilnahme an der Förderung.

Nach elf Jahren Laufzeit und über 11.000 geförderten Stipendiatinnen und Stipendiaten hat InterVal im Auftrag der SBB untersucht, welchen Bildungs- und Berufsweg die geförderten Fachkräfte nach Beendigung der Stipendien genommen und wie sich die finanzielle und die ideelle Förderung hierauf ausgewirkt haben. Bei denjenigen, die ohne Studienabschluss aus der Förderung ausgeschieden sind, wurden die Gründe untersucht.

Über die Studie

Für die Verbleibstudie und die Entwicklung des Untersuchungsdesigns wurde zunächst ein Wirkungsmodell erarbeitet. In diesem ist dargestellt, welche kurz-, mittel- und langfristigen Wirkungen sich aus den eingesetzten Ressourcen der Förderung des Aufstiegsstipendiums im Idealfall ergeben.

In einen zweiten Schritt wurden dann Programmdaten der Förderung analysiert und in einem dritten Schritt Stipendiatinnen und Stipendiaten online zu ihrer aktuellen beruflichen Situation und rückblickend zu Ihrem Studium und dem Einfluss der Förderung befragt.

Ergebnisse

Die Ergebnisse der Verbleibstudie zeigen eindrucksvoll, dass die ehemaligen Stipendiatinnen und Stipendiaten sowohl mit ihrem Aufstiegsstipendium als auch mit ihrem Studium sehr zufrieden waren. Die finanzielle Förderung trug entscheidend zur Sicherung des Lebensunterhalts bei und war besonders für die Vollzeitstudierenden, die vergleichsweise wenig neben dem Studium arbeiteten, eine wichtige Form der Unterstützung. Das Stipendium konnte die finanziellen Belastungen deutlich abmildern und hat dazu beigetragen, dass Geförderte neben dem Studium weniger arbeiten mussten bzw. sich mehr auf das Studium konzentrieren konnten. Das Stipendium hatte neben der finanziellen Wirkung insbesondere auch eine wertschätzende, ermutigende und motivierende Wirkung auf die Geförderten und führte bei einem Teil der Befragten zu einem größeren Selbstbewusstsein und zu mehr Zutrauen in das eigene Können. Positiv zu bewerten ist, dass für 44 % der Befragten das Aufstiegsstipendium das Studium überhaupt erst ermöglicht hat.

Über die finanzielle Förderung hinaus unterstützt die SBB Stipendiatinnen und Stipendiaten seit 2010 durch umfangreiche und abwechslungsreiche Angebote der ideellen Förderung. Die Angebote wurden über die Förderjahre hinweg stetig ausgebaut und wurden von Befragten sehr gut angenommen. Die verschiedenen Angebote werden als hilfreich bewertet und haben insbesondere zu einer besseren Vernetzung untereinander und zur Ausweitung überfachlicher Kompetenzen beigetragen, insbesondere im Bereich Kommunikations-, Verhandlungs- und Präsentationstechniken, aber auch bezüglich des Selbst- und Zeitmanagements – einer für die Zielgruppe des Aufstiegsstipendiums sehr wichtigen Kompetenz.

Der Abschlussbericht zur Evaluation wurde nicht zur Veröffentlichung freigegeben.