Evaluation im Bundesprogramm Mehrgenerationenhaus. Miteinander – Füreinander

Auftraggeber Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend
Laufzeit: 2021 – 2024
Ansprechpartnerin: Dr. Nikola Ornig

Über das Programm

Mit dem Bundesprogramm „Mehrgenerationenhaus. Miteinander – Füreinander“ wurde die Förderung der bundesweit rund 530 Mehrgenerationenhäuser im Januar 2021 in eine neue Programmphase überführt (zum Vorläuferprogramm siehe Evaluation im Bundesprogramm Mehrgenerationenhaus). Das Bundesprogramm ist eines der Fachprogramme im gesamtdeutschen Fördersystem, welches maßgeblich zu gleichwertigen Lebensverhältnissen in Deutschland beitragen soll und dafür seit Januar 2020 über zwanzig Förderprogramme, die verstärkt auf die Bedarfe der strukturschwachen Regionen ausgelegt sind, konzeptionell bündelt.

Die Mehrgenerationenhäuser sollen als Einrichtungen sozialer Infrastruktur und unter Fortführung ihrer sozialraumorientierten und generationenübergreifenden Arbeit zu gleichwertigen Lebensverhältnissen beitragen. Die Angebote der Mehrgenerationenhäuser richten sich nach den jeweiligen Bedarfslagen vor Ort und decken u. a. Handlungsfelder wie Vereinbarkeit von Familie und Beruf bzw. Familie und Pflege, selbstbestimmtes Leben im Alter, Erhöhung der Arbeitsmarktnähe, Integration, digitale Teilhabe und Demokratieförderung ab.

Über die Evaluation

Zentrale Aufgabe der Evaluation ist es, programmbegleitend zu untersuchen, wie Mehrgenerationenhäuser als Einrichtungen der sozialen Infrastruktur gute Entwicklungschancen und fairen Teilhabemöglichkeiten für die Menschen in ihren Wirkungsgebieten schaffen, inwiefern das Programm zu einer positiven Regionalentwicklung beiträgt und ob durch die Verzahnung von Förderstrukturen Synergieeffekte entstehen.

Gleichwertige Lebensverhältnisse werden im gesamtdeutschen Fördersystem primär durch objektiv messbare Indikatoren (z. B. strukturelle und wirtschaftliche Arbeitsmarktindikatoren), die sich auf Regionen beziehen, erfasst. Im Rahmen der Evaluation liegt der Fokus auf sozialen Aspekten und der subjektiven Wahrnehmung von gleichwertigen Lebensverhältnissen, operationalisiert durch ein Indikatorenmodell, das v. a. auf so genannte weiche Standortfaktoren im unmittelbaren Sozialraum abzielt (z. B. freiwilliges Engagement, Partizipation und sozialer Zusammenhalt). Um den Beitrag der Mehrgenerationenhäuser zu beleuchten, setzen wir eine Kombination qualitativer und standardisierter Erhebungen und Analysen ein, die unterschiedliche Akteurinnen und Akteure zu jeweils mehreren Messzeitpunkten einschließen: Koordinatorinnen und Koordinatoren der Mehrgenerationenhäuser, Vertreterinnen und Vertreter der Standortkommunen, freiwillig Engagierte, Besucherinnen und Besucher sowie Kooperationspartner der Mehrgenerationenhäuser.

Außerdem begleitet die Evaluation federführend die Anwendung und Weiterentwicklung der „Qualitätskriterien der Mehrgenerationenhäuser für ihre Arbeit“. Diese wurden in einem umfangreichen Prozess im Bundesprogramm Mehrgenerationenhaus 2017 – 2020 durch die Mehrgenerationenhäuser mit Begleitung von InterVal entwickelt und erprobt. Im Bundesprogramm Mehrgenerationenhaus. Miteinander – Füreinander dienen die Qualitätskriterien als Grundlage für Review-Verfahren, die die Mehrgenerationenhäuser mit Partnern vor Ort zur Reflexion und Selbstüberprüfung der Qualität ihrer Arbeit durchführen werden.

Mit einer heterogenen Gruppe von freiwillig mitwirkenden Mehrgenerationenhäusern erarbeitet InterVal eine Handreichung für die Reviews und wird – unter Rückbindung des Prozesses an alle Mehrgenerationenhäuser – im Verlaufe des Bundesprogramms auch den Kriterienkatalog weiterentwickeln. Der Prozess wird sehr partizipativ gestaltet und umfasst u. a. Präsenz- und Online-Workshops, Webinare, Abfragen und bedarfsorientierte Beratungsangebote.

Weitere Informationen zum Bundesprogramm und unserem Vorgehen finden Sie auch auf der Webseite www.mehrgenerationenhaeuser.de.