Wissenschaftliche Begleitung des Programms „Lesestart 1-2-3“

Auftraggeber Bundesministerium für Bildung und Forschung
Laufzeit: 2019 – 2022
Ansprechpartner und Ansprechpartnerin: Dr. Stefan Ekert
Dr. Nikola Ornig

Zum Programm

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) fördert seit 2019 das bundesweite Leseförderprogramm
„Lesestart 1-2-3“
der Stiftung Lesen. Im Rahmen des Programms werden in Kinderarztpraxen und Bibliotheken altersadäquate Bilderbücher und Elterninformationen zum Erzählen und Vorlesen an Familien mit ein- bis dreijährigen Kindern vergeben. Sie sollen Eltern zu Sprach- und Leseförderung bereits im frühen Kindesalter motivieren.

„Lesestart 1-2-3“ führt bewährte Ansätze aus dem Vorläuferprogramm „Lesestart – Drei Meilensteine für das Lesen“ fort, z. B. die Ausgabe der Lesestart-Sets durch Kinderärztinnen und Kinderärzte bzw. deren Teams im Rahmen von Vorsorgeuntersuchungen. In anderen Punkten wurde das Konzept weiterentwickelt, u. a. folgen die einzelnen Leseimpulse nunmehr dichter aufeinander (d. h. Abstände zwischen der Ausgabe von Materialien an die Familien wurden verkürzt) und die Programmpartner wurden um Akteure aus dem Bereich der aufsuchenden Familienarbeit erweitert (im Rahmen einer Erprobungsphase in Modellregionen).

Über die wissenschaftliche Begleitung

Als wissenschaftliche Begleitung von „Lesestart 1-2-3“ untersuchen wir im Auftrag des BMBF die Wirksamkeit des Programms und tragen programmbegleitend zur kontinuierlichen Optimierung bei. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Frage der Erreichung von bildungsfernen Familien, die die wesentliche Zielgruppe des Programms sind.

Unter Nutzung und Weiterentwicklung erprobter Instrumente und Konzepte aus der Vorgängerstudie zu „Lesestart – Drei Meilensteine für das Lesen“ (erste und zweite Phase) setzen wir eine komplexe Längsschnittuntersuchung inkl. Kontrollgruppendesign um: Vom Programm erreichte Eltern werden in drei Kohorten über den Verlauf von drei Jahren u. a. zur familiären Praxis des Bücheransehens und Vorlesens befragt. Analog dazu wird auch eine Kontrollgruppe an Eltern, die keine Lesestart-Sets erhalten haben, befragt.

Flankierend zu den Elternbefragungen werden an der Programmumsetzung beteiligte Kinderärztinnen und Kinderärzte, Bibliotheken und Akteure aus dem Bereich der Familienhilfe mehrfach im Rahmen von Querschnittsuntersuchungen befragt. Bei allen Gruppen kommen neben quantitativen auch qualitative Methoden zum Einsatz.

Wir werden von einem interdisziplinär zusammengesetzten Kreis an Expertinnen und Experten aus der Wissenschaft beraten, die mit uns Zwischenergebnisse und Schlussfolgerungen aus den Erhebungen reflektieren. Zudem stehen wir in regelmäßigem Austausch mit der Stiftung Lesen.