Evaluation der Auswirkungen des novellierten Wissenschaftszeitvertragsgesetzes

Auftraggeber Bundesministerium für Bildung und Forschung
Partner: HIS – Institut für Hochschulentwicklung e. V.
Laufzeit: 2020 – 2022
Ansprechpartner: Dr. Jörn Sommer

Hintergrund der Evaluation

Die unbefristete Beschäftigung ist in Deutschland das Normalarbeitsverhältnis. Befristungen sind nur in bestimmten Situationen bzw. nicht beliebig oft wiederholbar. Diese allgemein geltenden Regeln sind auf das Wissenschaftssystem nur bedingt übertragbar, da Beschäftigung darin auch der wissenschaftlichen Qualifizierung dienen soll. Befristungen erfüllen die Funktion, dass davon möglichst viele Personen (und die Gesellschaft) profitieren können. Mit dem Wissenschaftszeitvertragsgesetz wurde ein hieran angepasstes Arbeitsrecht geschaffen. Das Wissenschaftszeitvertragsgesetz, das die Rechtsgrundlage für den Abschluss befristeter Arbeitsverträge mit wissenschaftlichem Personal an Hochschulen und Forschungseinrichtungen bildet und 2007 in Kraft trat, wurde im Jahr 2016 novelliert. Diese Novelle nahm ihren Ausgangspunkt bei dem Befund, dass ein großer Teil der befristeten Arbeitsverträge von wissenschaftlichen Mitarbeitenden in der Qualifizierungsphase sehr kurze Laufzeiten hatte, was weder der Intention des Gesetzes entsprach, noch politisch vertretbar erschien. Mit der Novelle wurden die Befristungsmöglichkeiten stärker konturiert und Anpassungen zur Beseitigung von Auslegungsproblemen vorgenommen.

Über die Evaluation

Im Rahmen der bis Anfang 2022 laufenden Evaluation werden die Auswirkungen der Gesetzesnovelle auf die Befristungspraxis untersucht. Dabei wird ein Mixed-Methods-Ansatz angewandt, der quantitative und qualitative Methoden der empirischen Sozialforschung miteinander kombiniert. Hierzu gehören u. a. teil-standardisierte Online-Befragungen von Leitungen der Hochschulen, außeruniversitären Forschungseinrichtungen und Universitätskliniken sowie von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern in der Qualifizierungsphase, eine Vertragsdatenanalyse sowie Fallstudien an zwölf Hochschulen bzw. Forschungseinrichtungen. Letztere umfassen Fokusgruppeninterviews mit wissenschaftlichem und nicht-wissenschaftlichem Personal sowie Experteninterviews mit Fachvorgesetzten und der Personaladministration.