Aktivierung und Integration (langzeit-)arbeitsloser blinder und sehbehinderter Menschen

Auftraggeber Bundesministerium für Arbeit und Soziales aus Mitteln des Ausgleichsfonds
Partner:
  • Berufsförderungswerk Würzburg gGmbH
  • Berufsförderungswerk Düren gGmbH
  • Berufsförderungswerk Halle gGmbH
  • Nikolauspflege – Stiftung für blinde und sehbehinderte Menschen
  • Reha-Einrichtung für Blinde und Sehbehinderte der Deutschen Blindenstudienanstalt e. V. (blista)
  • Deutscher Verein der Blinden und Sehbehinderten in Studium und Beruf e. V. (DVBS)
Laufzeit: 2017 – 2020
Ansprechpartner: Dr. Jörn Sommer

Zum Hintergrund der Evaluation

Blinde und sehbehinderte Menschen finden auch dann, wenn sie eine bedarfsgerechte berufliche Qualifikation erworben haben, nur sehr schwer Zugang zum ersten Arbeitsmarkt. Vor diesem Hintergrund haben sieben Partnerinstitutionen das Projekt AKTILA-BS ins Leben gerufen, das vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales aus Mitteln des Ausgleichsfonds gefördert wird. Hauptsächliches Ziel von AKTILA-BS ist die Erarbeitung eines ganzheitlichen Interventionsansatzes zur (Re-) Aktivierung arbeitsloser blinder und sehbehinderter Menschen. Neben der Entwicklung und Erprobung eines neuen Integrationsprojekts sollen auch ein Mentoren-System sowie Hilfestellungen für Leistungsträger erarbeitet werden. Auf diesem Weg will das Projekt einen Beitrag zum Abbau von Langzeitarbeitslosigkeit bei schwerbehinderten Menschen leisten. InterVal führt die wissenschaftliche Begleitung von AKTILA-BS durch und nimmt damit eine Sonderrolle neben den sonst praktisch arbeitenden Partnern ein.

Über die wissenschaftliche Begleitung

InterVal ist über die gesamte Laufzeit mit einer formativen Begleitung an dem Projekt beteiligt. Bereits vor der Konzeptionierung des Integrationsprojektes führten wir eine umfangreiche IST-Analyse durch, welche die unterschiedlichen Erfahrungen von sehbeeinträchtigten Menschen sowie von Unternehmen und Leistungsträgern der beruflichen Rehabilitation und die von auf die Zielgruppe spezialisierten Bildungsträgern zusammenführt. Mit dieser Untersuchung ermittelten wir die hauptsächlichen Vermittlungshemmnisse für blinde und sehbehinderte Menschen auf dem Arbeitsmarkt. Die Ergebnisse dienen im Anschluss der Entwicklung eines geeigneten Integrationskonzeptes für die Zielgruppe, der Entwicklung eines Werkzeugkastens für Leistungsträger und der konkreten Gestaltung des Mentorings im Projekt. Die weitere Prozessbegleitung durch InterVal sieht neben der kontinuierlichen Unterstützung durch unsere fachwissenschaftliche Expertise eine umfassende Wirkungsanalyse vor. Methodisch kommen in der wissenschaftlichen Begleitung v. a. problemzentrierte Interviews und Experteninterviews, ein Online-Monitoring-Tool, halb-standardisierte Befragungen und Fallstudien vor Ort zum Einsatz.

Bisherige Ergebnisse

Aus der abgeschlossenen IST-Analyse konnten konkrete Ansatzpunkte für die Entwicklung des Integrationskonzeptes und für die Entwicklung von Unterstützungsangeboten für die Leistungsträger abgeleitet werden. Als besondere Hürden des Übergangs in Beschäftigung, die das Projekt AKTILA-BS ansprechen sollte, wurden insbesondere die folgenden Punkte ermittelt:

  • Die Mitglieder der Zielgruppe sind auch nach Abschluss einer Maßnahme der beruflichen Rehabilitation nicht immer passgenau qualifiziert und fachlich auf dem aktuellen Stand (z. B. wegen längerer anschließender Arbeitslosigkeit).
  • Sie sind zum Teil nicht ausreichend auf die Anforderungen des ersten Arbeitsmarktes eingestellt und darauf vorbereitet.
  • Ihnen sind die für sie relevanten Förderregularien teilweise nicht in ausreichendem Maße bekannt.
  • Ihnen mangelt es teilweise an den für eine Arbeitsmarktintegration notwendigen personalen und sozialen Kompetenzen sowie an Selbstbewusstsein.
  • Sie erhalten häufig nicht ausreichend institutionelle bzw. fachliche Unterstützung bei der Arbeitsmarktintegration.
  • Nach Abschluss einer Maßnahme der beruflichen Rehabilitation wird die Arbeitsmarktintegration häufig durch mangelnde Netzwerke und einen Motivationsverlust erschwert.
  • Arbeitgeber erhalten ebenfalls zu selten Unterstützung bei der Einstellung eines blinden oder sehbehinderten Menschen.

Eine ausführliche Darstellung der bisherigen Ergebnisse können Sie dem Zwischenbericht entnehmen, der auf der Seite des BFW Würzburg veröffentlicht wurde.