Entwicklung von Kriterien zur Ermittlung der erforderlichen Ausbildungsdauer von Ausbildungsberufen nach BBiG/HwO

Auftraggeber Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie
Laufzeit: 2012 – 2013
Ansprechpartner: Dr. Stefan Ekert

Hintergrund des Projektes

Bei der Neueinführung und Modernisierung von Ausbildungsordnungen müssen sowohl die aktuellen Anforderungen der jeweiligen Branche als auch die heterogenen Perspektiven relevanter Akteure berücksichtigt werden. So entstehen bei der formalen und inhaltlichen Gestaltung von Ausbildungsberufen eine Reihe von Fragen, für deren Beantwortung valide und allgemein nachvollziehbare Kriterien fehlen. Eine davon ist die Frage nach der für den konkreten Ausbildungsberuf geeigneten Ausbildungsdauer, die im Berufsbildungsgesetz (BBiG) und in der Handwerksordnung (HwO) nur durch die Soll-Vorschrift „nicht mehr als drei und nicht weniger als zwei Jahre“ geregelt ist. In der Praxis gibt es jedoch Ausnahmen, z. B. in Form von Optionen zur Verkürzung der Dauer unter bestimmten Bedingungen sowie von Ausbildungsberufen mit einer Regeldauer von dreieinhalb Jahren. Es stellt sich die Frage, wo solche Abweichungen sinnvoll sind bzw. welche Kriterien sich für die Bestimmung der Ausbildungsdauer am besten eignen.

Über das Projekt

Vor diesem Hintergrund wurde InterVal im Jahre 2012 beauftragt, valide Kriterien zur Bestimmung der Dauer von Ausbildungsberufen empirisch abzuleiten. Der Fokus lag auf 20 Ausbildungsberufen unterschiedlicher Dauer in sechs Berufsclustern. Die Untersuchung enthielt die folgenden Komponenten:

  • Umfassende Literaturanalyse und Aufbereitung des Forschungsstandes zu den Kriterien für die Festlegung der Ausbildungsdauer
  • Sekundäranalyse von Daten der Berufsbildungsstatistik zur faktischen Dauer erfolgreicher Ausbildungsverhältnisse
  • Vertiefende qualitative Analyse dreieinhalbjähriger Ausbildungsberufe mit Fokus auf Fragen rund um die Ausbildung, Beschulung und Prüfung. In diesem Rahmen wurden auch qualitative Interviews u. a. mit Vertreterinnen und Vertretern der zuständigen Stellen von Dach-, Fach- und Berufsverbänden sowie des Bundesinstituts für Berufsbildung geführt
  • Quantitative Befragungen von Jugendlichen auf Berufsmessen sowie von Berufsberatungsstellen
  • Befragungen von ausbildenden Unternehmen, ihren Auszubildenden und Fachkräfte sowie von Berufsberatern der Arbeitsagenturen

Ergebnisse

Unsere Analyse zeigte, dass die Ausbildungsdauer insbesondere mit drei Faktoren in einer Wechselbeziehung steht: mit dem Umfang und der Komplexität der Ausbildungsinhalte, mit der Lerngeschwindigkeit bzw. den Vorkenntnissen der Auszubildenden sowie mit dem Ausbildungsprozess an sich.

Die Ergebnisse unserer Untersuchung können Sie in unseren Veröffentlichungen nachlesen:

Ekert, St. / Sommer, J. / Otto, K. (2013). Entwicklung von Kriterien zur Ermittlung der erforderlichen Ausbildungsdauer von Ausbildungsberufen nach dem Berufsbildungsgesetz (BBiG)/der Handwerksordnung (HwO) in der gewerblichen Wirtschaft. Abschlussbericht. Berlin.

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