Evaluation des Bundesprogramms RESPEKT

Auftraggeber Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS)
Partner: ZEP – Zentrum für Evaluation und Politikberatung Kaps & Oschmiansky
Laufzeit: 2016 – 2018
Ansprechpartner: Dr. Jörn Sommer

Über das Programm

In Deutschland steht ein ausdifferenziertes und über das Sozialgesetzbuch (SGB) rechtlich normiertes System sozialer Leistungen mit einem komplementären Angebot allgemeiner schulischer Bildung zur Verfügung. Ein nicht unerheblicher Teil junger Menschen mit Problemen beim Übergang in Ausbildung und Arbeit wird von diesem System jedoch nicht erreicht bzw. greift dabei nicht auf die verfügbaren Hilfestellungen des Systems zurück. Viele dieser Jugendlichen stehen außerhalb von Bildungsangeboten und regulärer Arbeit und sichern sich ihren Lebensunterhalt z. B. mit Betteln oder Kleinkriminalität, auch unterhalb des Existenzminimums. Bereits ein Jahr vor Einführung des auch auf diese Gruppe zielenden § 16 h SGB II im Jahr 2016 startete das Bundesprogramm „RESPEKT – Pilotprogramm des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales für schwer zu erreichende junge Menschen“. Darin erproben 18 Projekte unterschiedliche Ansätze, um dieser Zielgruppe die Eingliederung in Bildungsprozesse und Leistungen der aktiven Arbeitsförderung bzw. den Übergang in Ausbildung oder Arbeit zu erleichtern. Dafür werden in den einzelnen Projekten innovative Ansätze im Zugang zur Zielgruppe sowie vielfältige passgenaue Unterstützungsleistungen angewendet.

Über die Evaluation

  • Unsere Evaluation hatte die Aufgabe, Erkenntnisse über die Bedarfslagen der Zielgruppe sowie Handlungsansätze zu liefern, wie sie erfolgreich erreicht werden kann.
  • Ein Schwerpunkt lag in sinnrekonstruierenden Interviews mit Teilnehmenden und problemzentrierten Interviews mit Projektmitarbeitenden und Netzwerkpartnern.
  • In Ergänzung dazu wurden Dokumente analysiert, nichtteilnehmend Arbeitsprozesse beobachtet Ergebnisse mit den Projekten in einem Workshop reflektiert und vertieft.
  • Die qualitativen Analysen wurden durch quantitative Daten ergänzt. Sie stammten zum Teil aus einer Befragung der Projektleitungen, zum Teil aus dem Monitoring, in dem individuelle Verläufe aller Teilnehmenden anonym abgebildet wurden.

Ergebnisse

Die Evaluation bestätigt vielfältige Wirkungen der Projekte auf die Teilnehmenden. Hierzu zählen Verbesserungen der finanziellen Situation, Einmündungen in Arbeit oder Bildungsprozesse, die Heranführung an das Hilfesystem (z. B. Jobcenter), die Lösung wesentlicher Probleme (z. B. Wohnungslosigkeit) oder die Steigerung von Motivation, Selbstwirksamkeit und Informiertheit über das Hilfesystem.
Als Erfolgsfaktoren konnte die durch Empathie und Vertrauen geprägte Begleitung durch eine kontinuierliche Ansprechperson, die Lotsenfunktion, das gemeinsame Herausarbeiten von Zielen ohne Druck einer unmittelbaren Integration in Ausbildung oder Arbeit sowie die Netzwerkarbeit herausgearbeitet werden.
Auf Basis der Evaluationsergebnisse wurden verschiedene Hinweise für die Gestaltung von Maßnahmen zur Förderung schwer zu erreichender junger Menschen (nach §16h SGB II) entwickelt.

Der Bericht wurde im November auf den Seiten des Bundesministerium für Arbeit und Soziales veröffentlicht:

Sommer, J. / Oschmiansky, F. / Popp, S. / Karato, Y. / Kowalczyk, K. Evaluation des Bundesprogramms RESPEKT (2018). Bundesministerium für Arbeit und Soziales (Hrsg.). Forschungsbericht 518. Berlin. Volltext