Evaluationsprojekt Kompetenz-Dienstleistungen

Auftraggeber Bundesagentur für Arbeit
Partner: Rambøll Management Consulting
Laufzeit: 2012 – 2013
Ansprechpartner: Dr. Jörn Sommer

Zum Hintergrund der Evaluation

Überfachliche Kompetenzen haben in den letzten Jahren für den Arbeitsmarkt an Bedeutung gewonnen. Auf diese Entwicklung reagierend hat die Bundesagentur für Arbeit verschiedene Veränderungen ihrer Beratungs- und Vermittlungsstrategien vorgenommen, um sie gezielt an den Stärken und Potenzialen der Kunden und Kundinnen auszurichten. Vor diesem Hintergrund hat der berufspsychologische Service der Bundesagentur für Arbeit ein Set von Dienstleistungen zur Kompetenzfeststellung entwickelt. Diese Kompetenz-Dienstleistungen (K-DL) wurden im Jahre 2012 nach einer erfolgreichen Erprobung im Rahmen eines Konzepttests flächendeckend eingeführt.

Über die Evaluation

Nachdem die K-DL im Jahr 2012 eingeführt worden waren, erfolgte im Jahr 2013 eine breit angelegte Evaluation. Das von der InterVal GmbH zusammen mit der Rambøll Management Consulting GmbH umgesetzte Forschungsvorhaben war Bestandteil dieser Evaluation. Die Untersuchung sollte vor allem die Frage beantworten, welche erwünschten und unerwünschten Effekte die K-DL auf den weiteren Integrations- und Vermittlungsprozess entfalten. Weitere, damit zusammenhängende Untersuchungsgegenstände waren der Anlass für die Nutzung einer K-DL, die Kommunikation zwischen Fachkräften und Kundinnen und Kunden bei der Einschaltung der K-DL sowie die Diskussion und Nutzung der Ergebnisse.
Kernstück des Projektes waren qualitative Interviews mit Vermittlungs- und Integrationsfachkräften sowie Kundinnen und Kunden an sechs Standorten, wobei jeweils eine Agentur für Arbeit und eine gemeinsame Einrichtung berücksichtigt wurden.

Ergebnisse

Zentrales Ergebnis ist, dass die K-DL einen positiven Effekt auf den weiteren Vermittlungs- und Integrationsprozess haben können, wenn sie durch die Fachkräfte in ein ohnehin stärkenorientiertes Vorgehen eingebettet werden. Sie stiften dort besonders großen Nutzen, wo die Kommunikation zwischen Fachkräften und Kundinnen und Kunden bereits konstruktiv und lösungsorientiert ist, die Einschaltung gut begründet wird und bei den Kundinnen und Kunden Verständnis für die Nutzung entsteht. Auch unter diesen Voraussetzungen haben die K-DL nach Angaben der Fachkräfte jedoch nur in bestimmten Fallkonstellationen ein großes Wirkpotenzial. Die Studie zeigt jedoch auch, dass die K-DL alleine nicht zu einer Stärkenorientierung führen können: Richten Vermittlungs- und Integrationsfachkräfte den gesamten Prozess nicht an überfachlichen Kompetenzen aus, werden die K-DL meist wenig oder nicht zielgerichtet eingesetzt bzw. die Ergebnisse nicht produktiv verwertet.

Eine Beschreibung der Studie sowie ihrer Ergebnisse können Sie im IAB-Forschungsbericht 7/2014 nachlesen.

Beachten Sie auch unsere Publikation zum Thema:

Oschmiansky, F. / Grebe, T. / Popp, S. / Otto, K. / Sommer, J. / Wielage, N. (2014). Kompetenzdienstleistungen im Vermittlungs- und Integrationsprozess. Eine qualitative Studie. IAB-Forschungsbericht, 07/2014. Nürnberg. Volltext