Evaluierung der Berufsausbildung in den Schutz- und Sicherheitsdienstleistungen

Auftraggeber Bundesinstitut für Berufsbildung
Laufzeit: 2014 – 2015
Ansprechpartnerin: Kristin Otto

Hintergrund der Evaluation

Mit der Einführung des dualen Ausbildungsberufs „Fachkraft für Schutz und Sicherheit“ im Jahre 2002 haben junge Leute mit Interesse an einer Ausbildung in der Schutz- und Sicherheitsbranche erstmalig die Möglichkeit erhalten, eine Berufsausbildung in diesem Bereich zu absolvieren. In der Branche waren bis dahin fast ausschließlich Quereinsteiger tätig gewesen. 2008 wurde auf Initiative der Wirtschaft zusätzlich der zweijährige Ausbildungsberuf „Servicekraft für Schutz und Sicherheit“ entwickelt, was v.a. von Seiten der Arbeitnehmervertreter kritisch hinterfragt wurde. Trotz unterschiedlicher Positionen der Sozialpartner haben die zuständigen Ministerien den zweijährigen Beruf erlassen und den bereits bestehenden dreijährigen Beruf Fachkraft für Schutz und Sicherheit modernisiert, jedoch mit der Auflage, die Bewährung beider Berufsbilder nach fünf Jahren zu evaluieren. Von großer Bedeutung in diesem Kontext war auch die Schaffung einer rechtlich klaren Regelung für den Übergang vom absolvierten zweijährigen in den dreijährigen Ausbildungsberuf („Durchstiegsoption“).

Über die Evaluation

2014 wurden wir mit der Evaluation der beiden Ausbildungsberufe beauftragt. In diesem Rahmen sollten auch die grundsätzliche Nachfrage nach beiden Ausbildungsberufen, etwaige Verdrängungseffekte zwischen beiden Berufen und die Nutzung der „Durchstiegsoption“ untersucht werden. Als Grundlage für die Evaluation diente ein vom BIBB erarbeitetes Forschungsdesign bestehend aus quantitativen und qualitativen Komponenten, das in enger Zusammenarbeit und Abstimmung mit einem vom BIBB zusammengestellten Projektbeirat weiterentwickelt und umgesetzt wurde:

  • Zur Einarbeitung ins Themenfeld und zur Vorbereitung der Primärerhebungen wurden Sekundärdaten- und Dokumentenanalysen durchgeführt.
  • Durch eine Online-Befragung und eine standardisierte postalische Befragung wurden die Perspektiven aller relevanter Akteure erfasst, unter anderem die der Betriebe, der Auszubildenden und Absolventen sowie der Vertreter von Kammern.
  • Weiterhin wurden umfangreiche qualitative Vor-Ort-Fallstudien mit jeweils 10 Interviews in verschiedenen Betrieben und Organisationen realisiert.
  • Als Ergänzung und zur weiteren Vertiefung wurden Interviews mit Lehrkräften aus Berufsschulen und Vertreterinnen und Vertretern von Verbänden und Gewerkschaften durchgeführt.
  • Eine besondere Herausforderung bei der Datenanalyse bestand im Zusammenführen der verschiedenen Perspektiven der insgesamt neun befragten Akteurs- bzw. Personengruppen.

Ergebnisse

Unsere Ergebnisse zeichneten ein differenziertes Bild der beiden dualen Ausbildungsberufe in Hinblick auf ihre Zielgruppen. Die erzielten Erkenntnisse begründeten die Koexistenz beider Ausbildungsberufe.

Weitere Informationen dazu sowie über die Zufriedenheit von Auszubildenden und Betrieben mit den beiden Ausbildungsberufen, den Bedarf an Absolventen seitens der Branche und die aus den Erkenntnissen abgeleiteten Handlungsoptionen lesen Sie in unserer Publikation zum Thema:

Blöchle, S. / Otto, K. / Grebe, T. / Tutschner, H. (2016). Evaluation der Berufsausbildung in den Schutz- und Sicherheitsdienstleistungen. Servicekraft für Schutz und Sicherheit und Fachkraft für Schutz und Sicherheit. Ergebnisse, Trends und Empfehlungen. Wissenschaftliche Diskussionspapiere, Heft Nr. 173. Bundesinstitut für Berufsbildung (Hrsg.). Bonn. Volltext