Evaluierung der Zusammenarbeit zwischen der Migrationsberatung für erwachsene Zuwanderer (MBE) und den Jugendmigrationsdiensten (JMD)

Auftraggeber Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF)
Partner: Institut für berufliche Bildung, Arbeitsmarkt und Sozialpolitik – INBAS GmbH
Laufzeit: 2015 – 2016
Ansprechpartner: Dr. Jörn Sommer

Hintergrund der Evaluation

Die bundesgeförderten Beratungsdienste „Migrationsberatung für erwachsene Zuwanderer“ (MBE) und „Jugendmigrationsdienste“ (JMD) bilden wichtige Grundpfeiler der deutschen Integrationspolitik. Das gemeinsame Ziel der beiden Dienste ist es, die soziale und berufliche Integration von Zugewanderten komplementär zu den überwiegend sprachbezogenen Integrationskursen zu unterstützen. Ihre Zielgruppen unterscheiden sich nach Alter. Die Grenze verläuft bei 27 Jahren. Insbesondere bei der Beratung von zugewanderten Familien bestehen jedoch zwischen den Arbeitsbereichen der zwei Beratungsdienste vielfältige Schnittstellen, die eine Kooperation untereinander sehr sinnvoll machen. Zur Förderung dieser Zusammenarbeit wurden seitens des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge (BAMF) und der Träger und Trägergruppen der MBE und der JMD im Jahr 2013 die „Handlungsempfehlungen der MBE und JMD für die gemeinsame Arbeit mit Familien“ erstellt.

Über die Evaluation

Wir wurden mit der Evaluierung der Zusammenarbeit zwischen den zwei Beratungsdiensten sowie mit einer rückblickenden und einer vorausschauenden Bewertung der Handlungsempfehlungen für ihre eventuell notwendige Weiterentwicklung beauftragt. In enger Abstimmung mit einer Begleitgruppe von Trägern, Trägergruppen und Repräsentanten der beteiligten Ministerien realisierten wir die folgenden empirischen Schritte:

  • Um Einblicke in die aktuellen Herausforderungen der Kooperation zu gewinnen, wurden in einem ersten Schritt explorative Leitfadeninterviews mit Fachkräften der MBE und JMD geführt.
  • Mit einer Online-Befragung eines hohen Anteils an Beratungsdiensten aus dem gesamten Bundesgebiet (n = 576) wurde unter anderem die Nutzung und Wirkung der Handlungsempfehlungen aus dem Jahr 2013, der Status Quo der gemeinsamen Arbeit und die heterogenen Rahmenbedingungen an den unterschiedlichen Standorten erfasst.
  • Eng verzahnt mit der Online-Befragung wurden Vor-Ort-Interviews bei ausgewählten Beratungsdiensten (n = 40) an 20 verschiedenen Standorten geführt. Auf diesem Weg wurden die quantitativen Ergebnisse durch Fallbeispiele angereichert und vertieft.

Ergebnisse

Eine zentrale Herausforderung bei der Evaluierung bestand darin, die Qualität der Zusammenarbeit zwischen MBE und JMD zu operationalisieren und von anderen Konzepten abzugrenzen. So stand in diesem Fall nicht im Vordergrund, die Intensität der Zusammenarbeit zu messen, sondern ihr Optimum in Hinblick auf Effizienz und Effektivität der Beratung unter Berücksichtigung von Opportunitätskosten zu suchen. Vor diesem Hintergrund zeichnete sich hinsichtlich der Qualität der Zusammenarbeit eine insgesamt sehr positive Bilanz ab.

Unsere Bewertung der Rolle der Handlungsempfehlungen aus dem Jahr 2013 und unsere Empfehlung hinsichtlich ihrer möglichen Überarbeitung finden Sie im Abschlussbericht:

Karato, Y. / Sommer, J. / Wagner, S. (2016):  Evaluierung der Zusammenarbeit von MBE und JMD an der gemeinsamen Schnittstelle „Beratung von Familien“. Abschlussbericht. Berlin. Volltext