Evaluierung des Projekts „Erprobung der schulinternen Umsetzung des komPASS3 – Kompetenzfeststellungsverfahrens für Schülerinnen und Schüler der internationalen Förderklassen in nordrhein-westfälischen Berufskollegs im Schuljahr 2016/2017“

Auftraggeber Landes-Gewerbeförderungsstelle des nordrheinwestfälischen Handwerks
Partner: qualiNETZ Beratung und Forschung GmbH
Laufzeit: 2017
Ansprechpartner: Dr. Jörn Sommer

Hintergrund der Evaluation

Die erfolgreiche Berufsorientierung junger Menschen ist von ausschlaggebender Bedeutung für deren spätere Integration in den Arbeitsmarkt. Umgekehrt ist ein nicht gelungener bzw. verzögerter Übergang aus der Schule in den Beruf mit hohen individuellen und gesellschaftlichen Kosten verbunden. Vor diesem Hintergrund hat das Land Nordrhein-Westfalen die Landesinitiative „Kein Abschluss ohne Anschluss“ (KAoA) für die Zielgruppe der Schülerinnen und Schüler ab Jahrgangsstufe 8 gestartet. KAoA enthält die Standardelemente Potenzialanalyse, Berufsfelderkundung und Praxiskurs, die aufbauend aufeinander zu verschiedenen Zeitpunkten bis zum Schulabschluss durchlaufen werden. Schülerinnen und Schüler, die erst später ins deutsche Schulsystem bzw. in eine internationale Förderklasse an einem Berufskolleg eintreten, können daher nicht in vollem Maße davon profitieren. Dies betrifft insbesondere Jugendliche mit Fluchthintergrund. Um auch diesen Zielgruppen die Teilnahme und damit den Zugang zu einer auf Deutschland zugeschnittenen Berufsorientierung zu ermöglichen, wurde mit KAoA-kompakt eine zeitlich komprimierte Version der Initiative in Jahrgangsstufe 10 in allen Flüchtlingsklassen der Berufskollegs in Nordrhein-Westfalen gestartet. Zusätzlich wurde an 25 Berufskollegs das Kompetenzfeststellungsverfahren komPASS3 als Alternative zum Standardelement Potenzialanalyse erprobt. Die Besonderheit dieses Teilelements besteht in seiner sprachsensiblen Ausrichtung mit nonverbalen, bildhaften und interaktiven Elementen sowie seiner möglichst kulturneutralen Gestaltung.

Über die Evaluation

Wir wurden mit der Evaluation des Teilelements komPASS3 beauftragt, um seine Zielerreichung, Durchführungsqualität und organisatorischen Rahmenbedingungen zu prüfen und einen Vergleich mit dem Regelangebot der Potenzialanalysen anzustellen. Dafür realisierten wir innerhalb von sechs Monaten die folgenden empirischen Schritte:

  • Im ersten Schritt der Evaluation wurde eine Dokumentenanalyse des komPASS3-Handbuches sowie der Portfolio-Mappe durchgeführt.
  • Den empirischen Kern der Analyse bildete eine mehrsprachige schriftliche Befragung von Schülerinnen und Schülern auf Deutsch, Englisch, Französisch und Arabisch.
  • Zusätzlich wurden Befragungen der Lehrkräfte und Fachleute der beteiligten Berufsbildungsstätten und Workshops mit dem Durchführungspersonal umgesetzt.

Die Erkenntnisse mündeten in strategisch ausgerichtete Stärken-Schwächen- und Kosten-Nutzenanalysen, die die vielfältigen Perspektiven aller beteiligten Akteure einschlossen.