Expertise zur Entwicklung familienunterstützender Dienstleistungen in Frankreich

Auftraggeber Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ)  
Laufzeit: 2008 – 2009
Ansprechpartner: Dr. Stefan Ekert

Zum Hintergrund

Familienunterstützende Dienstleistungen sind Hilfestellungen in Privathaushalten, die von Nicht-Haushaltsmitgliedern gegen Bezahlung erbracht werden. Dazu zählen Reinigungsaufgaben ebenso wie die Kinderbetreuung und die Pflege von bedürftigen Personen. Diese Tätigkeiten werden meist von Haushaltsmitgliedern in Eigenarbeit erbracht, weil es keine professionellen und zugleich für das Gros der Haushalte finanzierbaren Angebote gibt. Aus familienpolitischer Sicht verhelfen familienunterstützende Dienstleistungen Eltern und insbesondere Müttern zu einer besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf; wirtschaftlich und auf einer strukturellen Ebene gesehen, tragen sie zur stärkeren Professionalisierung der Gesellschaft durch Arbeitsteilung bei. Nicht zuletzt werden dadurch auch Arbeitsplätze geschaffen. Während haushaltsnahe Dienstleistungen in Deutschland noch wenig entwickelt sind und der Markt mehrheitlich ein Schwarzmarkt ist, boomt in Frankreich der Markt der „services à la personne“ seit mehreren Jahren.

Über die Untersuchung

Vor dem Hintergrund des in Deutschland unterentwickelten und in Frankreich boomenden Marktes für professionelle familienunterstützende Dienstleistungen wurde InterVal Ende 2008 mit einer Analyse des französischen Erfolgsmodells und der Übertragbarkeit seiner Komponenten auf Deutschland beauftragt. Die Untersuchung wurde in mehreren Stufen umgesetzt:

  • Der französische Ansatz wurde unter Berücksichtigung aller relevanten Politikfelder in seiner ganzen Breite erkundet und analysiert. Diese detaillierte Erfassung fußte auf Quellenarbeit und telefonischen Interviews mit französischen Experten.
  • Darauf aufbauend wurden die Strategiebestandteile der französischen Politik differenziert und deren Wirkungen auf das Marktergebnis mittels eines industrieökonomischen Analyseansatzes analysiert.
  • In einem weiteren Schritt wurden deutsche und französische Rahmenbedingungen sowie Förderansätze und –strategien gegenübergestellt.
  • Im letzten Schritt wurden Lehren für Deutschland abgeleitet und die Übertragbarkeit verschiedener in Frankreich erfolgreich zum Einsatz gebrachter Elemente abgeschätzt.
    Zur Verifizierung unserer Empfehlungen führten wir ergänzend Interviews mit Experten aus beiden Ländern und einem Drittland.

Ergebnisse

Die Analyse des französischen Marktes für haushaltsnahe Dienstleistungen zeigt, dass und wie eine integrierte, d. h. mehrere Politikfelder umfassende Förderpolitik die Entwicklung des Marktes zum Nutzen von Anbietern und Nachfragern befördern kann. Neben steuerlichen Subventionen, wie es sie auch in Deutschland gibt, sind vor allem qualitätssichernde und die Transparenz des Marktes fördernde Elemente wichtig, um zu größeren und professionelleren Strukturen in diesem Markt zu gelangen. Die Validierung informell erworbener Kompetenzen, der Aufbau von Märkten und von Vermittlungsplattformen sind drei wichtige Bestandteile des französischen Ansatzes. Auf der Grundlage unserer Analyse konnten wir sechs auf Deutschland übertragbare Erfolgsfaktoren formulieren.

Lesen Sie Details zu den Ergebnissen in unserer Publikation zum Thema:

Ekert, St. / Sommer, J. / Holick, M. (2009). Expertise zur Entwicklung familienunterstützender Dienstleistungen in Frankreich. Berlin.