Werdegang internationaler Fachkräfte und ihr Mehrwert für KMU

Auftraggeber Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie
Partner: Kienbaum Management Consultants GmbH
Laufzeit: 2013 – 2014
Ansprechpartner: Dr. Stefan Ekert

Hintergrund der Studie

Aufgrund des demografischen Wandels und der wirtschaftlichen Entwicklung Deutschlands entstehen am Arbeitsmarkt seit geraumer Zeit Fachkräfteengpässe, die laut aktueller Prognosen auch künftig hochgradig relevant sein werden. Besonders gravierend ist dieser Mismatch zwischen Arbeitsangebot und -nachfrage im Bereich Gesundheit und Pflege sowie bei MINT-Berufen aus den Bereichen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik. So erhöht sich der Druck auf kleine und mittlere deutsche Unternehmen und auf die Wirtschaft als Ganzes, gezielt und strategisch Fachkräfte auch aus dem Ausland zu rekrutieren.

Methodische Vorgehensweise

Vor dem Hintergrund dieser Entwicklungen hat das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie InterVal 2013 mit einer Studie beauftragt, die die Perspektiven von kleinen und mittleren Unternehmen aus den relevanten Bereichen und diejenigen von internationalen Fachkräften erfasst und miteinander in Beziehung setzt. Zum einen ging es dabei um die Erfahrungen kleinerer und mittlerer Unternehmen mit der Rekrutierung und Beschäftigung internationaler Fachkräfte sowie um ihre Wahrnehmung der damaligen gesetzlichen Rahmenbedingungen. Zum anderen erforschten wir die Hintergründe der Migrationsentscheidung und die Gestaltung des Migrationsprozesses aus Sicht der internationalen Fachkräfte, ihre beruflichen Werdegänge und gesellschaftliche Integration. Zu beiden Zielgruppen erhoben wir belastbare quantitative und qualitative empirische Daten:

  • Standardisierte Telefonbefragung von rund 600 kleinen und mittleren Unternehmen aus den vom Fachkräftebedarf besonders betroffenen Bereichen. Bei der Hälfte von ihnen handelte es sich um Unternehmen, die internationale Fachkräfte aktiv gesucht und/oder eingestellt haben. Ergänzt wurden diese durch qualitative Interviews mit einer kleineren Unternehmensstichprobe.
  • Online-Befragung von über 250 internationalen Fachkräften mit anschließenden Vertiefungsinterviews einer Teilstichprobe
  • Fallstudien mit kleinen und mittleren Unternehmen, die aktiv internationale Fachkräfte rekrutieren
  • Expertenworkshop mit Vertretern von Verbänden, Kammern und weiteren Multiplikatoren

Ergebnisse

Die Studienergebnisse zeigen, dass kleine und mittlere Unternehmen die Relevanz internationaler Fachkräfte zur Sicherung ihres Fachkräftebedarfs bereits 2014 als sehr hoch einschätzten. Ihre wenigen bis dato bereits gemachten Erfahrungen mit ausländischen Mitarbeitenden waren sehr positiv. Jedoch wurden die Regelungen zur Zuwanderung als nicht flexibel genug wahrgenommen. Die befragten Fachkräfte bewerteten ihre Karriereverläufe ebenfalls sehr positiv, auch wenn der Einstieg für viele von ihnen zunächst unterhalb des Qualifikationsniveaus erfolgte. Ausgehend von unseren Gesamtergebnissen formulierten wir Handlungsempfehlungen für die strategische Rekrutierung im internationalen Raum, die an die Bedürfnisse der internationalen Fachkräfte in verschiedenen Phasen des Migrationsprozesses anknüpfen.

Die detaillierten Ergebnisse unserer Studie finden Sie in unserer Publikation zum Thema:

Boggild, N. / Ekert, St. / Grebe, T. / Wallau, F. / Werner, J. / Will, A.-K. (2014). Werdegang internationaler Fachkräfte und ihr Mehrwert für KMU. Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (Hrsg.). Berlin Volltext